Grußwort Martin Schulz

 
Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer des „flame for peace“-Laufes,
sehr geehrte Damen und Herren,

mit Freuden habe ich erfahren, dass in diesem Jahr eine Wiederholung von „flame for peace“ stattfinden kann, nachdem ich die Veranstaltung im letzten Jahr bereits aus tiefer Überzeugung als Schirmherr begleiten durfte. Leider ist es mir aus terminlichen Gründen nicht möglich, dieses Jahr vor Ort dabei zu sein. Dennoch ist es mir sehr wichtig, mit diesem Grußwort Ihnen und Euch meine Unterstützung zu zeigen.

Zunächst möchte ich bei all denjenigen bedanken, die dieses großartige Ereignis möglich gemacht haben. Vielen Dank an die Organisatoren von „flame for peace“, vielen Dank an die vielen Unterstützer und natürlich ganz herzlichen Dank an die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Gerade in der heutigen Zeit, welche vielerorts von Krisen und Kriegen geprägt ist, wird mit dem Friedenslauf ein sehr wichtiges und positives Signal gesendet.

Dass wir an diesem Ort, der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang, stehen können, ist keine Selbstverständlichkeit. Noch vor gut 70 Jahren trieben hier die nationalsozialistischen Schergen ihr Unheil. Aufgrund der nicht in Worte zu fassenden Verfolgung und Vernichtung von Juden, ethnischen Minderheiten, Menschen mit Behinderung oder Mitmenschen aus anderen Ländern Europas war vielen Bürgern Europas ein friedvolles Leben unmöglich.

Das dürfen wir niemals vergessen und müssen wir uns, gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingsdebatten und der stärker werdenden rechten, teils nationalistisch gesinnten Kräfte in Europa, stets vor Augen führen.

Dass wir heute hier stehen können, zeigt, wozu eine starke europäische Zivilgesellschaft imstande ist. Insbesondere durch die Hilfe unserer europäischen Nachbarländer wurde Deutschland zu einem demokratischen Staat und in den europäischen Verbund der Staaten integriert. Auch dafür müssen wir dankbar sein und dürfen es nicht vergessen.

Dass wir heute gemeinsam Feiertage wie den Internationalen Tag des Friedens mit unseren Partnern begehen können, ist nach meiner Ansicht der wichtigste Verdienst der Europäischen Union. Das Friedensprojekt EU ermöglichte 70 Jahre ohne kriegerische Auseinandersetzung auf ihrem Territorium und wird dies in der Zukunft weiterhin ermöglichen.

Durch verschiedenste Formen der Kooperation zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten wird Europa auch in Zukunft weiter zusammen wachsen.

Eine zentrale Rolle dabei spielen all die jungen Menschen, welche zum Beispiel durch Schüleraustausche, gemeinsame Jugendfreizeiten oder viele internationale Projekte zur europäischen Einigung beitragen. Daher macht es mich als überzeugten Europäer stolz zu sehen, dass auch gerade viele junge Menschen sich an diesem Friedenslauf beteiligt haben und durch „flame for peace“ ein transnationales Zeichen des Zusammenhaltes, der Völkerverständigung und Freundschaft setzen.

Gemeinsam haben wir alle die Aufgabe, auch den jüngeren und künftigen Generationen eine friedliche Zukunft zu ermöglichen, in der das Gesetz der Mitmenschlichkeit herrscht und die Schwächeren nicht von den Stärkeren zurückgelassen werden.

Daher nochmals vielen Dank für Ihr und Euer Engagement.

Martin Schulz